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9.
Sep
Weber Shandwick war Gastgeber der Vortragsreihe des SMCHH im August. Am 20.08. fand in ihren Räumlichkeiten im Hamburger Hafen ihr Vortrag über die Einführung des ersten Android-betriebenen Handys G1 in Deutschland statt. Anschließend wurde bei tollem Wetter auf der anliegenden großen Dachterrasse gegrillt. Ein rundum gelungener Abend mit mehr als 70 Gästen.
Ohne Powerpoint, aber nicht ohne Power
Die erste Überraschung des Abends gab es gleich zu Beginn. Kein Beamer und folglich auch keine per Computer unterstützte Präsentation wurde dem anwesenden Fachpublikum präsentiert. Statt dessen gab es Flip-Charts und ansonsten freies Erzählen der beiden Protagonisten von Weber Shandwick, Jörg Leupold, Social & Emerging Media Specialist, und Mark Heising, Account Director.
Und die Art des Vortrages überzeugte direkt vom Start. Die Mischung stimmte: Der Inhalt war spannend und hilfreich und er wurde dynamisch vorgetragen und mit anregenden Zeichnungen visualisiert. Keine Frage, so machte das Zuhören Spass.
News weiter tragen und Buzz erzeugen
Weber Shandwick wurde von T-Mobile beauftragt, die Produkteinführung des G1 in den deutschen Markt im Bereich der digitalen Kommunikation zu übernehmen. Die Schwierigkeit des Projektes lag darin, dass das G1 bereits einige Monate zuvor in den USA und dann auch in der UK an den Markt gebracht wurde. Es gab also bereits einiges an Nachrichten, Neuigkeiten, Meinungen und Bewertungen zu dem G1. Um das Thema in den deutschen Markt zu tragen, musste an den vorhandenen Punkten angesetzt werden und entsprechend die Story weitererzählt werden, um den gewünschten lokalen Buzz zu erzeugen. In dem Zusammenhang bestand für Weber Shandwick zusätzlich auch die Aufgabe T Mobile als Trendsetter für das mobile Internet in Deutschland zu positionieren.
Digitales Storytelling für die Zielerreichung
Um die angestrebten Ziele zu erreichen sollte eine Geschichte erzählt werden. „Eine Geschichte, die idealtypisch auch weitererzählt wird“, so Mark Heising. Was also liegt an Informationen vor? Worüber kann etwas erzählt und berichtet werden? Natürlich gibt es hier vor allem das G1 selbst. Es ist ein so genanntes Internet-Handy, hat ein großes Display mit Touchfunktion und im Vergleich zum iPhone zusätzlich eine Tastatur.
Das zweite konzeptionelle Thema ist die Zielgruppe. Für wen ist das Handy interessant? Wer sind potentiell die Käufer? Zielgruppe sind Menschen, die sich für Technik begeistern, die an Trends interessiert sind und im Social Web unterwegs sind. Gerade letzteres ergibt den Vorteil durch gezieltes Monitoring herauszufinden, wo sich die Zielgruppe im Web aufhält, was sie interessiert liest und worüber sie sich mit anderen austauscht.
Zu guter Letzt hat Weber Shandwick analysiert, in welchem sozio-kulturellen Umfeld sich das Thema bewegt. Welche aufgaben-affinen Themen sind zurzeit relevant und von signifikanter Bedeutung für die Kampagne. Hier filterte man das „social web“, allen voran Twitter, und Themen wie das „mobile Internet“ heraus.; also genau die Themen, die eingangs als Kern der Kampagne gesetzt worden sind. Insofern bestand eine hervorragende Basis, um auch genau an diesen Stellen anzusetzen und das „Storytelling“ zu beginnen.
Was ergibt sich hieraus für die Strategie?
„Wie gehen wir die Gespräche an?“, lautete laut Mark Heising der Auftrag im Anschluss an die Analyse. Das Ergebnis: Es müssen Kanäle aufgesetzt werden, die durchlaufend bedient werden und das Thema „mobiles Internet“ beleuchten. In Konsequenz wurden u.a. ein Blog sowie ein Twitter-Account aufgesetzt. Auf das Produkt schauend, wurde im Zuge des Dialogs mit den potentiellen Konsumenten Gegenwehr erwartet. Denn im Bereich „Tarif“ wurde identifiziert, dass es seitens der Endverbraucher Vorbehalte gibt. Entsprechend vorsichtig startete man in die Kommunikation. Erste Ansätze wurden gestartet und zugleich intensiv beobachtet, wie die Reaktionen darauf sind. „Wie reagieren die Leute darauf und was lernen wir daraus?“, wurde analysiert und in die weiteren Maßnahmen zurückgespielt.
Eindeutig kennzeichnen wer twittert
Zu Beginn der Kommunikationsmaßnahme wurde ein Twitter-Account aufgesetzt. Dieses passierte ca. einen Monat vor der offiziellen Pressekonferenz zur Einführung und bekam daher den noch wenig aussagekräftigen Namen „T-Mobile News“. Und das erste „Learning“ war sofort, wie wichtig es ist, deutlich zu machen, wer über diesen Account twittert. Entsprechend wurde „Weber Shandwick“ im Zuge dieser Maßnahme als Verantwortlicher genannt. Zur Pressekonferenz schließlich fand eine Umbenennung des Accounts statt und der Kanal wurde zu einem Kampagnenkanal ausgebaut. Inzwischen, so bestätigte Jörg Leupold, ist „Twitter“ ein sehr wichtiger Kanal für die Kampagne.
Aber auch der aufgesetzte Blog „TrendMobi“ mit dem Kernthema „mobiles Internet“ ist ein fester Bestandteil der Kommunikationsmaßnahmen. In einem redaktionellen Konzept wurden Themen definiert, Redakteure bestimmt, Guidelines entwickelt und ein zeitlicher Plan für zukünftige „Stories“ entwickelt. Hervorzuheben ist, dass die Beiträge im Blog von externen Autoren verfasst werden, die sich speziell mit Trends rund um das „mobile Internet“ beschäftigen. Der Blog selbst ist „powered by T-Mobile“.
Realitätschecks in der Szene
Auf einem Hamburger Barcamp fand im weiteren Verlauf der Kampagne ein „Realitätscheck“ statt, wie es Jörg Leupold trefflich formulierte. Man begab sich mit dem G1 im Gepäck in einen direkten Austausch mit der Zielgruppe vor Ort auf einer Szene-Veranstaltung. Dort erkannte man, dass es viele Diskussionsaspekte gibt und auch einen gewissen Vorbehalt gegenüber dem so genannten „Google“-Handy konnte festgestellt werden. Diese direkte, unmittelbare Erfahrung half aber weiter am Konzept zu feilen und Verbesserungen vorzunehmen. Zudem konnten durch gezieltes Monitoring im Web Meinungsführer und Multiplikatoren identifiziert werden. Mit diesen Informationen ging es zum nächsten Schritt.
Auf einer eigens entwickelten Veranstaltung wurden Online-Journalisten und Blogger nach Berlin eingeladen, um ihnen das G1 gezielt und intensiv vorstellen zu können und auf die Vorteile hinweisen zu können. Mitarbeiter von T-Mobile waren ebenso vor Ort, um die Vorzüge des neuen Handys vorzustellen wie auch Entwickler spezieller Anwendungen für das Betriebssystem „Android“, dass auf dem G1 läuft.
Ergebnis – Viel positiver Web-Buzz und „Stoff“ für die klassische PR
Das Ergebnis all dieser Mühe war eine positive Neugierde vor Ort sowie viele positiv gestimmte Blogbeiträge im Web. Und die Erkenntnis im Detail, was die Zielgruppe insbesondere am G1 und dessen Einsatzmöglichkeiten im mobilen Web fasziniert. Eine wertvolle Information, die Weber Shandwick nutzte, um auch in der klassischen PR genau darauf die Schwerpunkte zu setzen. Ein Kreis schloss sich.
So schloss sich auch bei diesem spannenden Vortrag der Kreis. Das gesamte Fallbeispiel zeigte, wie man Online-Maßnahmen mit Offline-Aktivitäten sinnvoll kombinieren kann und wie die klassische PR mit der Online-PR Hand in Hand gehen kann, um sehr gute Ergebnisse zu erzielen.
Twestival Hamburg unterstützt „Viva Con Agua“
Neben dem Vortrag von Weber Shandwick stellte Vivian Pein den Charity-Event Twestival vor. Twestivals sind Veranstaltungen, auf denen sich Twitter-Communities treffen, um Aufmerksamkeit für gemeinnützige Projekte zu erzeugen. Hierzu gibt es inzwischen auch eine lokale Hamburger Veranstaltung, die Vivian mit organisiert.
Für die Hamburger Veranstaltung haben sie sich „Viva Con Agua“ ausgesucht; ein gemeinnütziger Verein, der u.a. für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern eintritt und kämpft, um somit Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle möglich zu machen.
Das Twestival Hamburg findet am 13.09. ab 19 Uhr im Elbwek Hamburg statt. Jeder Cent, der im Zuge der Veranstaltung eingenommen wird, geht direkt an „Viva Con Agua“. Schon der Kauf des Tickets zur Veranstaltung zählt zu 100% dazu. Man kann aber auch gern zusätzlich oder anstelle dessen eine Geldspende geben. „Viva Con Agua“ würde es freuen, aber natürlich insbesondere die unterstützten Entwicklungsländer, in denen sauberes Trinkwasser so selten ist und doch zugleich so dringend benötigt wird. Also, mitmachen, teilnehmen, spenden!
Hier geht es zum Twestival Hamburg: Das Twestival in Hamburg
Hier sind weitere Blog-Berichte von Teilnehmern des Abends zu finden:
Fernando Bresslau: G1 at Weber Shandwick
Sven Wiesner: Social Media Club Hamburg – Sommerevent bei Weber Shandwick
Der komplette Vortrag wurde aufgezeichnet und kann hier angeschaut werden: Video bei Vimeo
Die Fotos zum Event gibt es hier: Flickr-Fotos
Zur Webseite von Weber Shandwick: Weber Shandwick
- von wlars in: Events
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