Gestern Abend fand zum ersten Mal unser neues Eventformat, die Diskussionsrunde, statt. Wir wollten neben den bereits bekannten Formaten „Vortrag“ und „Panel-Diskussion“ ein Format anbieten, bei denen alle Teilnehmer aktiver Bestandteil des Abends werden. Kein „lean back“, sondern im Gegenteil, „lean forward“ war gefragt.
Für die erste Ausrichtung dieses Abend konnten wir zurück zu den Wurzeln des SMCHH gehen. ethority (www.ethority.de) hat freundlicherweise seine Räumlichkeiten sowie Technik und Catering bereitgestellt. Dort wurde der aller erste Event des SMCHH veranstaltet. Wir haben uns entsprechend über die Zusage von ethority uns zu unterstützen gefreut.
Für eine geordnete und konstruktive Diskussion ist es immer förderlich, einen Moderator zu haben, der im Hintergrund die Fäden spinnt und die Wortmeldungen koordiniert. Moritz Avenarius, „Zukunftslotse“ von Making Sense (www.zukunftslotse.de) hat diese Aufgabe freundlicherweise übernommen. Moritz ist bereits vielen von diversen Barcamps bekannt, wo er oftmals ähnliche Aufgaben übernommen hatte. Und diese Erfahrung merkte man Moritz auch an, der geschickt und unauffällig die Diskussion leitete.
Social Media - Viel heiße Luft oder enormes Potential?
Es wird enorm viel über Social Media geredet. Aber muss nicht genau das stutzig machen? Meist steckt in solchen Fällen nicht viel dahinter. Wo laut gebellt wird, wird nicht (zu)gebissen. Das kennt man ja.
Um der Frage bereits im Vorfeld der Diskussion ein wenig auf den Grund zu gehen, hatte ethority auf der Republica diese Frage an bekannte Branchenkenner gerichtet. In einem kleinen Videoeinspieler kamen u.a. David Nelles, ehemals ethority und Mit-Gründer des SMCHH (jetzt Virtual Identity), sowie Jeff Jarvis, dem Autor von "What would Google do?", zu Wort. David hatte denn auch gleich eine klare Meinung dazu: Wenn Social Media weiter so gehyped wird, wird es bald vom Markt verschwinden. Weniger wäre deutlich mehr.
Social Media - Was ist das?
Um nun aber der Frage im Zuge der Diskussion konkret auf den Grund gehen zu können, bedarf es einer genauen Definition. Was genau ist denn Social Media? Und wie bereits an anderer Stelle in Nachbetrachtungen des Abends sehr gut zusammengefasst worden ist (siehe u.a. hier und hier), wurde im Teilnehmerfeld darüber kein eindeutiger Konsens erzielt. Alle reden von Social Media, aber allem Anschein nach oftmals aneinander vorbei. Zumindest liegen die Betrachtungen nicht immer auf der selben Linie.
Was ist Social Media? Sinngemäß ein paar getroffene Aussagen dazu:
Man sieht, eine punktgenaue Beschreibung fällt schwer. Eine Beschreibung der Idee „Social Media“ sogar in einem einzigen Satz scheint unmöglich. Wie aber soll man dann potentiellen Kunden als vermeintlicher Experte weiterhelfen? Wie vermittelt man dem Kunden, was „Social Media“ ist, was es bedeutet und wie es Nutzen stiften kann?
Social Media Experte pro Fachbereich?
Deutlich wurde, dass Maßnahmen in den Social Media weit mehr als nur Marketing und PR berühren und betreffen. Und ein Social Media Experte wird weder ausschließlich noch hauptsächlich technisches Können zeigen und einbringen müssen. Social Media betrifft darüber hinaus Bereiche wie IT, HR und Produktmanagement. Es findet in so vielen Bereichen statt. Es spielt an so vielen Stellen eine Rolle.
Insofern stellt sich die Frage, inwieweit es nicht den Experten des Experten erfordert. Müssen wir nicht auf einer anderen Ebene den Begriff „Experte“ zusammenführen? Beispielsweise auf Marketingebene als der“ Social Media Experte im Marketing“? Oder als weiteres Beispiel "Der Entwickler mit Spezialwissen zu Socia Media Technologien"? "Der Personaler mit besonderer Expertise zu Recruiting 2.0"?
Genau an dieser Stelle setzte auch Moderator Moritz Avenarius im Anschluss an die Diskussion an. Die Diskussion habe ihm gut gefallen. Um jedoch beim nächsten Mal nicht eine ähnlich weitläufige Diskussion zu führen würde es sich anbieten, dass Thema auf einen einzelnen Fachbereich zu fokussieren.
Ein interessanter Gedanke.

Comments (9)
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Na, da hab ich ja tatsächlich
Na, da hab ich ja tatsächlich was verpasst. Hätte mich mal in den ICE nach HH schwingen sollen. SMCHH und SMCberlin sollten sich wirklich zukünftig mehr koordinieren.
Social Media:
Social Media ist die digitale Ebene der gesellschaftlichen (und somit auch wirtschaftlichen) Realität, die wir anfangs "Internet" genannt haben.
Über Social Media reflektieren wir unser Handeln und unsere Äußerungen direkt und gemeinsam, somit entsteht quasi ein digitale Spiegel, der uns unser Verhalten transparenter, offener und umfangreicher wiedergibt als alle andere vorher.
Daraus entsteht völlig neuer Handungsbedarf (teilweise basierend auf althergebrachten Werten), da die menschliche Unzulänglichkeit in vielen Bereichen unhaltbar wird.
Positiv darauf reagiert man, indem man diesen Spiegel als Chance für einen offener Umgang miteinander (direkt und über das Medium) begreift.
Aber genau darin liegt die größte Herausforderung an den Menschen durch das Web. Das erklärt die Vorbehalte, die irrationalen Verteufelungen, die übertriebene Euphorie usw.
Social Media umzusetzen, heisst gemeinsam einen verantwortlicheren Umgang zu fördern. Nicht jeder Profitmacher, nicht jeder Schönredner, nicht jeder Mensch 1.0 wird an dieser Aufgabe wachsen können.
justmy2cents
Klingt spannend, ich freue
Klingt spannend, ich freue mich auf weitere SMCHH Treffen, dann mit der Frage: wo braucht man welche Social Media Experten im Unternehmen.
[...] Dieser Eintrag wurde
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von SMC Hamburg, SMC Hamburg, immowertgmbh, AIXhibit SocialMedia, M.F. Munz und anderen erwähnt. M.F. Munz sagte: Social Media Club Hamburg » Social Media ist alles und nichts, oder?: Gestern Abend fand zum ersten Mal unser neue... http://bit.ly/bXOJDx [...]
@Jens Klasse Beschreibung.
@Jens Klasse Beschreibung. Finde ich sehr gelungen. Am Abend lag natürlich ein besonderer Fokus auf die kommerzielle Nutzung. Oder anders: Wie können Unternehmen sinnvoll Social Media für ihr Unternehmen nutzen? Social Media hat sicherlich nicht nur externe, sondern insbesondere auch interne Implikationen (Stichwort Enterprise 2.0).
Grundsätzlich scheint es im Kontext "Social Media" zurzeit 2 Herausforderungen zu geben:
1. Wie kommen wir als Branchenvertreter weg vom Hype und hin zu soliden, nutzenstiftenden Ausarbeitungen und Herangehensweisen?
2. Wie beschreibt man Nicht-Wissenden (hier insbesondere Kunden) einfach, verständlich und zielorientiert das Thema?
Ich bin zurzeit verstärkt der Auffassung, dass es nicht den einen "Social Media Experten" gibt, sondern eher den Social Media Experten im jeweiligen Fachbereich. Kunden sehen dieses offensichtlich ähnlich. Sie fragen ihre PR-Agentur oder ihre Marketing-Agentur, ihren IT-Dienstleister oder Unternehmensberater, etc.pp.
@Norman Guter Einwurf. Das
@Norman Guter Einwurf. Das passt zu meiner Beschreibung, dass Social Media Experten auf Fachbereichsebene zu finden sein müssen. Wir nehmen das gerne auf.
@wlars die Umsetzung von
@wlars
die Umsetzung von Social Media im wirtschaftlichen Umfeld ist ein guter Fokus für den SMC, da ich ihn als Treffpunkt für diejenigen Personen/Agenturen/Abteilungen sehe, die sich mit der konkreten Umsetzung beschäftigen.
Da liegt viel Arbeit vor uns. Sowohl auf prozessualer als auch kommunikativer Ebene. Auch ein solch vehementer Wandel in der Kultur des medialen gegenseitigen Umgangs braucht seine dezitierte "Schritt-für-Schritt"-Umsetzung. (soviel zu deiner Herausforderung 1)
zur Herausforderung 2: Ich sehe die Kompetenz eines Social Media Strategen/Consultant zuvorderst im Branchenfokus und weniger in einer Aufteilung nach herkömmlichen Abteilungen. Social Media als ergebnis-orientiertes Medium für Networking setzt einen Berater voraus, der sich abteilungsübergreifend mit der jeweiligen Branchen (leidenschaftlich) identifiziert und gleichzeitig fähig (und unabhängig) ist, kritisch eingefahrene Elemente loszulösen.
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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von jensbest, SMC Hamburg, SMC Hamburg, immowertgmbh, AIXhibit SocialMedia und anderen erwähnt. AIXhibit SocialMedia sagte: Social Media Club Hamburg » Social Media ist alles und nichts, oder? http://bit.ly/di86LH #socialmedia [...]
@Jens Interessanter Ansatz,
@Jens
Interessanter Ansatz, den es zu vertiefen gilt und der genügend Anlass für eine weitere Diskussion bietet;)
Ich denke, Konsens haben wir auf der Ebene, dass es nicht den EINEN Social Media Experten für alles gibt. Es bedarf hier schon eine klarere Abgrenzung. Inwieweit es nun Sinn macht, dieses auf Branchenebene oder auf Fachebene vorzunehmen ist ein interessanter Diskussionspunkt.
Auf Basis Deiner Aussage "Social Media als ergebnisorientiertes Medium für Networking" bin ich voll und ganz bei Dir, es nach Branche zu unterscheiden. Allerdings bin ich der Ansicht, dass Social Media nicht nur "Networking" meint, weder im engen noch im weiten Sinne.
Rollen wir es mal von Kundenseite auf. Kunden vernehmen Hypes und Trends. Und was der eine hat, will der andere auch. So entsteht die Nachfrage nach einem Facebook-Konzept oder einer Twitter-Strategie, um Beispiele zu nennen. Allerdings ist als Berater zu aller erst zu prüfen, welche Herausforderung der Kunde zu bewältigen hat und dann zu schauen, ob und wenn ja, welche Maßnahmen Sinn machen. So könnten es eher marketing-orientierte Ziele sein, die er verfolgt. Oder er benötigt einen neuen Webauftritt und möchte zeitgemäß agieren und auch für die Zukunft gerüstet sein. Auf einer solchen Ebene wäre aus meiner Sicht die Fokussierung auf Experten in den jeweiligen Fachbereichen sinnvoll.
Letztendlich ist aber entscheidend, ob man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann, was Social Media eigentlich bedeutet; gern auch bereits auf einer Detailstufe tiefer aus Perspektive des "wirtschaftlichen Umfelds" gefragt.
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