Warum man bei elektromagnetischen Entkalkungsanlagen vorsichtig sein sollte

Ich will euch kurz eine Geschichte über mich erzählen beziehungsweise, was ich dadurch und durch meine Recherche über die elektromagnetische Methode rausgefunden habe. Diese Methode ist ein wenig ein Mysterium im Bereich Enthärtungsanlage, welches jetzt soweit es geht gelüftet werden soll.

Entkalkung

Meine Geschichte

Mein Wasser zu Hause ist total hart, ich spüre das an Haut und Haaren, meine Dusche genieße ich nur noch, wenn ich auswärts dusche. Tee und Kaffee mag ich gerne, doch auch hier verdirbt mir der Kalk den Spaß. Beides schmeckt nicht so gut, wie es sollte. Dazu kommt noch, dass mein Wasserkocher gestern den Geist aufgegeben hat. Er war einfach zu verkalkt, ich mache mir Sorgen, dass ich bald dem Wasserkocher folgen werde, weil ich mich nicht mehr wohl fühle bei mir zu Hause. Deswegen habe ich mich entschlossen etwas dagegen zu tun.

Mein Entschluss

Ich will also eine Entkalkungsanlage kaufen und gehe die Angebote durch. Vielleicht erkennen sich spätestens jetzt einige unter euch wieder. „Das kann ja richtig teuer werden! Taugen die günstigen Angebote was?“ Sehr schnell findet man heraus, dass die meisten von diesen preiswerteren Anlagen, die elektromagnetische Methode für sich nutzen. Genauso schnell findet man mehrere Artikel, die entweder auf diese Methode schwören oder öfter noch, diese Methode ins Lächerliche ziehen. „Das kann gar nicht funktionieren!“  Machen wir uns doch mit vertrauenswürdigen Quellen selber mal ein Bild davon!

Funktionsweise

Wie funktioniert nochmal die elektromagnetische Methode? Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff, in der Realität kommen noch mineralische Salze hinzu. Die Salze bestehen aus positiv und negativ geladenen Ionen. Durch einen Magneten sollen diese Ionen davon abgehalten werden, ihren Weg ins Haushaltswasser zu finden.

Tests und Erfahrungen

Soweit so gut, wie sieht es nun mit vertrauenswürdigen Tests oder Meinungen von Experten aus? Die Stiftung Warentest hat im Januar 2000 einen genauen Blick auf Entkalkungsanlagen geworfen. Es wurden die üblichen Methoden und Anlagen unter die Lupe genommen und ausgiebig getestet. Die Untersuchung von Wasserbehandlungsgeräten mit elektromagnetischer Methode zeigte leider keine guten Ergebnisse. Drastischer sogar:  

Es konnte meist keinerlei Wirkung festgestellt werden. Damit konnte das Ergebnis eines früheren Tests nochmal bestätigt werden. Viele der elektromagnetischen Geräte haben kleine Vorfilter eingebaut, die mit der Ionenaustauschmethode arbeiten, eine anerkannte Alternative. Da scheint es schon verdächtig, dass die einzigen Geräte, die eine kleine Wirkung zeigten, eben genau diese waren.

Wissenschaft

Aber was sagen denn andere Experten und Wissenschaftler über diese Methode? In der Fachzeitschrift „Wasserversorgung“ fasst Kai Zeppenfeld, promovierter Chemiker,  die derzeitige wissenschaftliche Meinung zu diesen Geräten zusammen. Obwohl anscheinend mehrere Studien sich widersprechende Ergebnisse finden, ist sich Zeppenfeld sicher:

die elektromagnetische oder auch physikalische Methode genannt, ist sehr wahrscheinlich nicht einwandfrei nachweisbar. Manche Studien können die Wirkung, die die Geräte versprechen, auch finden, dies sei aber dann auf bestimmte Unterschiede in den Versuchsbedingungen, wie der Anwesenheit von Verunreinigungen, sowie in pH-Wert- und Temperaturdifferenzen zurückzuführen.  

Als einzig plausible Erklärung eines realistischen

Wirkungsmechanismus erscheint die Anwesenheit von Eisenverunreinigungen, welche die Kalkbildung erheblich beeinflussen, aber nichts mit der Entkalkungsanlage an sich zu tun haben.

Kundenwelt

Warum sind dann so viele Kunden so überzeugt von den Geräten und berichten positiv darüber? Wenn man mal genauer in den Kundenrezensionen stöbert, wird einem schnell eines klar. Die Kunden behaupten nahezu niemals, dass wirklich Kalk verhindert wird oder dass das Wasser erheblich im Härtegrad abnimmt. Meistens geben die Leute nämlich an, dass der Kalk durch die Entkalkungsanlage besser von Oberflächen entfernbar ist. „Einfach abwaschbar“ soll der Kalk dann sein. Als wesentliches Wirkprinzip wird von Experten auch vermutet, dass durch das Behandlungsgerät CaCOj-Kristallkeime im Wasser erzeugt werden, wobei an diesen weiteres CaC03-Kristallwachstum erfolgt.

Das soll dazu führen, dass die Kalkausfällung im Wasserkörper selbst und nicht auf den Oberflächen der Rohrleitungen, Wärmeaustauschern und Haushaltsgeräten stattfindet. Auch wenn Ein direkter Nachweis der Bildung von Kristallkeimen bisher nicht erbracht werden konnte, gibt es zumindest genug Kundenbewertungen, die dies vermuten lassen könnten.

Fazit

Was bleibt festzuhalten? Es ist nicht eindeutig was diese Art von Entkalkungsanlage wirklich leisten kann, aber es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die Methode nicht annähernd so erfolgversprechend ist, wie zum Beispiel die Ionenaustauschmethode. Ein Wissenschaftler, wie Zeppenfeld würde vermutlich immer diese Methode gegenüber der elektromagnetischen bevorzugen. Solch eine Anlage ist zwar etwas teurer, aber ihre Wirkungsweise ist wissenschaftlich untermauert. Wenn du zum Beispiel unseren Vergleichssieger erwirbst, kannst du dich sicher fühlen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

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