Was bedeutet das Energielabel auf der Dunstabzugshaube und kann ich umweltfreundlicher einkaufen?

Eine Kennzeichnung des Energieverbrauchs von unterschiedlichen Gütern soll, bereits schon seit den 90ern europaweit, der Kaufentscheidung zur Unterstützung dienen, indem sie Auskunft über die Energieeffizienz während der Nutzung geben soll.

Das perfekte Beispiel ist das EU-Energielabel für Elektrogeräte. Ursprünglich definierte man mit dem Label sieben Klassen:

  • von A (grün, besonders niedriger Energieverbrauch)
  • bis G (rot, besonders hoher Energieverbrauch)

Das EU-weite-Energielabel lässt sich heutzutage vor allem auf Haushaltsgeräten, wie Kühlschränke Waschmaschinen, Geschirrspüler für die Reinigung von Geschirr Sets, Dunstabzugshauben, Wäschetrockner, finden.

Was bedeuten die Energieeffizienzklassen im Detail?

Genau wie bei Haushaltsgeräten verlaufen die Energieklassen alphabetisch. A bezeichnet dabei einen niedrigen oder keinen Energieverbrauchswert. Dem Alphabet folgend werden die Verbraucherwerte höher.

Energieeffizienzklasse Energiewert in kWh/(m².a)
A 0 – 40
B 40 – 60
C 60 – 80
D 80 – 110
E 110 – 150
F 150 – 200
G 200 – 300

Probleme der Energieeffizienzklassen

Bei dem Label und der verschiedenen Klassen lassen sich allerdings auch einige Probleme wiederfinden:

  1. Die Energieeffizienz beispielsweise eines Kühlschranks lässt sich nicht direkt mit der Effizienz von zum Beispiel einer Glühlampe vergleichen. Deshalb ist die Skala für jedes Gerät, welches die Kennzeichnung tragen muss, nach schwierigen Kriterien separat definiert.
  2. Eine Einteilung in schulnotenähnliche Werte lässt immer noch sehr viel Spielraum innerhalb der jeweiligen Klassen.
  3. Welches Gerät ein „A“ verdient, wurde vor 20 Jahren mit Hilfe eines Referenzgerätes festgelegt. Aufgrund technischer Verbesserungen gab es in einigen Produktgruppen bald Geräte, die noch energiesparender waren, als es ein „A-Gerät“ sein musste. Deswegen legte man neue Klassen fest, die noch besser als A sind, nämlich A+, A++ und A+++.
  4. Es gibt nicht in allen Klassen A+++-Geräte.

Kritiker bemängeln an den Energieeffizienzklassen, dass eine zu starke Vereinfachung ein Problem des Labels ist. Der Konsument wiegt sich damit nur in Sicherheit, etwas Gutes getan zu haben, wobei es besser wäre, wenn der Konsument sich gründlich informieren würde und das wirklich umweltfreundlichere Gerät kaufen würde.

Dazu trägt auch die eher ungenaue Skalierung bei: Für ein „B“ bei Lampen zum Beispiel muss sich der Energieeffizienzindex EEI im Bereich zwischen 0,24 und 0,60 befinden. Eine 0,60-Lampe benötigt jedoch 2,5 Mal so viel Strom wie eine 0,24-Lampe. Diese Information wird aber von Herstellern entweder gar nicht angegeben oder ziemlich gut versteckt. Wer sich also allein auf die Kennzeichnung „B“ verlässt und damit eine 0,60-Lampe kauft, der meint es zwar gut aber macht es schlecht.

Mogeln die Hersteller bei den Energieeffizienzklassen?

Leider ist es möglich, dass die Hersteller bei den Energieeffizienzklassen mogeln können, da das Label nicht extern wie eine TÜV-Plakette vergeben wird, sondern selbst vom Hersteller oder Händler angebracht wird.

Der Verband der Verbraucherzentralen vzbv und der BUND haben im Dezember 2013 und Januar 2014 stichprobenartig 22 Händler und unter anderem die Kennzeichnung von 1158 Fernsehgeräten geprüft. Das Ergebnis war, dass bei jedem sechsten Fernseher Mängel bei der Energiekennzeichnung nachgewiesen werden konnten, d.h. falsche oder fehlende Label für die Energieeffizienzklassen.

Als vzbv und BUND im März 2015 insgesamt 20 große Internethändler geprüft haben, wurden bei vier von diesen Händlern das EU-Energie-Label gar nicht angezeigt, bei sechs der 20 Händlern fand sich kein Produktdatenblatt mit weiterführenden Informationen. Etliche andere Shops sind aber durchaus vorbildlich, was die Darstellung der Energieeffizienzklassen angeht.

Sind die Energieeffizienzklassen Unsinn?

Energieeffizienzklassen machen durchaus Sinn, wer aber ganz genau sein möchte, der die Datenblätter der Hersteller durchsehen, um nicht nur die Energieeffizienzklasse, sondern auch andere relevante Werte in Erfahrung zu bringen mit der Hoffnung, dass die Hersteller bei diesen Informationen nicht gelogen haben.

Spart mehr Energieeffizienz auch mehr Geld?

Weniger Strom zu verbrauchen spart immer Geld. Wenn beispielsweise eine halbe Milliarde EU-Bürger vermehrt energieeffiziente Geräte einsetzen würden, dann hätte das in der Masse auch eine enorme Umweltwirkung. Je höher also die Energieeffizienzklasse aller Geräte, desto besser.

Man sollte aber nicht funktionierende Geräte wegschmeißen, nur um sie durch energieeffiziente Geräte zu ersetzen. Das würde die Produktlebensdauer der Bestandsgeräte verkürzen und deren Ökobilanz verschlechtern.

 

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